09.11.2017

Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt

(kw) Von diesem Thema ließen sich 49 Gläubige aus unserer Pfarrei vor wenigen Monaten ansprechen und begeistern, sich gemeinsam mit der Pfarrei vom 20.-25.10.2017 auf den Weg zu einer Flusskreuzfahrt auf der Donau zu machen. Anlass war eine Idee von Pfarrer Martin Cudak und Ursula Kremerskothen, die freundlicherweise die Vorbereitung und Reiseleitung übernahm, dass sinnbildlich für das 10-jährige Jubiläum der Pfarreigründung eine Schifffahrt auf der Donau und der Start in Passau ein gutes Bild sei.
In Passau fließen die drei Flüsse Donau, Inn und Ilz zusammen und fließen weiter als Donau in Richtung Schwarzes Meer. Dies möge ein Bild sein für unsere neugegründete Pfarrei St. Joseph mit den drei Gemeinden (St. Joseph, St. Johannes und Liebfrauen), die auf dem Weg in die Zukunft ist. Das gemeinsame "Unterwegs sein" bringt das zitierte Kirchenlied sehr deutlich und einladend zum Ausdruck:
"Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit" oder im Bild gesprochen ... über den Fluss der Zeit..
Die Teilnehmer der Reise machten sich mit dem Bus auf den Weg nach Passau, bestiegen dort nachmittags das Kreuzfahrtschiff und erreichten bereits am anderen Morgen das erste Ziel – die Stadt Wien. Eine gemeinsame Stadtrundfahrt mit einem Aufenthalt am Schloß Schönbrunn stand auf dem Programm. Anschließend blieb allen Teilnehmern noch ausreichend Gelegenheit auf eigene Faust für einen Stadtbummel, Besichtigung des Stephansdomes oder des Praters.
Abends ging es dann weiter in Richtung Budapest. Die Stadt erreichten wir Folgetag mittags. Auch hier wurde uns auf einer Stadtrundfahrt die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der beiden Städte Buda und Pest sehr eindrucksvoll erläutert. Abends konnten wir zu Gast bei einer typischen Palinka-Folklore sein und eine köstliche Gulaschsuppe probieren und einen landestypischen Schnaps probieren. Highlight des Tages war dann das Ablegen des Schiffes am späten Abend mit den sehr eindrucksvoll beleuchteten Gebäuden der Stadt. Allein das ist nochmals eine Reise wert und ist sicherlich allen in emotionaler Erinnerung geblieben. Nachts ging es dann noch zurück auf der Donau Richtung Bratislava, der slowakischen Hauptstadt, die wir am Nachmittag des nächsten Tages erreichten. Wiederum eine gut vorbereitete Stadtrundfahrt erschloss den Teilnehmern diese phantastische Stadt. Leider spielte das Wetter nicht so ganz mit, weil alles im Regen und bei verhangenem Himmel stattfand. Aber das störte die Teilnehmer nicht, auch noch nach dem Stadtrundgang auf eigene Faust die Stadt zu erkunden oder einfach nur einen "Sissi"-
Kaffee zu trinken und das dazu auch noch in einem Lokal, wo zu früheren Zeiten die Kaiserin auch ihren Kaffee trank.
Abends ging es weiter in Richtung Dürnstein.Dort lernten wir die Schönheiten der Wachau, die Weinberge, die Marillenplantagen, das Kloster Göttweig und die alte Stadt Dürnstein mit ihrer Geschichte und Ruine kennen. Die letzte Etappe führte uns gegen Abend zurück nach Passau, dessen Hafen wir am frühen Morgen erreichten.
Kulinarisches Highlight der Reise war dann sicherlich – wie auf jeder Kreuzfahrt – der Abschiedsabend mit dem Kapitän und das anschließende Galadiner, bei dem die Crew und der Koch nochmals zeigen konnte, was sie "zaubern" konnten.
Aber ein Schiff das sich Gemeinde nennt, wäre zu wenig, wenn es nur beim typischen Programm einer Flusskreuzfahrt bliebe. So hatte bereits im Vorfeld eine Vorbereitungsgruppe ein Teilnehmerheft mit Liedern und Tagesimpulsen geschaffen, welches uns jeden Tag begleiten sollte. Täglich versammelten wir uns bereits vor dem Frühstück zu Tagesimpulsen zu den Inhalten: Aufbruch, Schönheiten der Natur, Gemeinschaft, Wege und Gott begegnen.
Großer Höhepunkt bleibt sicherlich ein gemeinsamer Gottesdienst, den wir am 21.10. – genau 10 Jahre nach Gründung unserer Pfarrei, in Dankbarkeit auf dem Schiff feiern konnten. Auch viele Schiffsgäste folgten der Einladung und erlebten auf dem Schiff, wie seinerzeit die Jünger auf dem See Genezaret die Gemeinschaft mit ihrem Herrn und der frohen Botschaft. Ein eindrucksvolles Erlebnis, welches auch bei der Crew und den weiteren Schiffgästen zu Reaktionen, Lob und Anerkennung führte. Es ist sicherlich die Ausnahme, dass auf Kreuzfahrtschiffen das Thema Kirche und Gott so präsent wurde.
In seiner Predigt nahm Pfarrer Cudak Bezug auf die jeweiligen Strophen des Kirchenliedes und übertrug dies auf uns und unsere heutige Zeit.
Wenn es in der 1. Strophe u.a. heißt "... das Schiff, es fährt vom Sturm bedroht durch Angst, Not und Gefahr, Verzweiflung Hoffnung, Kampf und Sieg, so fährt es Jahr um Jahr. Und immer wieder fragt man sich, wird denn das Schiff bestehn? Erreicht es wohl das große Ziel? Wird es nicht untergehn?" oder in der 2. Strophe: "... Das Schiff ... liegt oft im Hafen fest, weil sich in Sicherheit und Ruh bequemer leben lässt, man sonnt sich gern im alten Glanz vergangener Herrlichkeit und ist doch heute für den Ruf zur Ausfahrt nicht bereit ... nur wer das Wagnis auf sich nimmt, erreicht das große Ziel."
Die Konkretisierung auch für das gemeinsame Unterwegssein, für die gemeinsame Flusskreuzfahrt und für den Anlass zum Pfarreijubiläum zeigte sich ganz deutlich im Text der
3. Strophe: "Im Schiff, das sich Gemeinde nennt, muss eine Mannschaft sein, sonst ist man auf der weiten Fahrt verloren und allein. Ein jeder stehe, wo er steht und tue seine Pflicht, wenn er sein Teil nicht treu erfüllt, gelingt das Ganze nicht.
Und was die Mannschaft auf dem Schiff ganz fest zusammenschweißt in Glaube, Hoffnung, Zuversicht ist Gottes guter Geist.
Besser und schöner kann man unsere heutigen Aufgaben und Herausforderungen der Kirche und das zukünftige "Pfarrei-werden" nicht beschreiben, und so gingen alle
Gottesdienst- und Reiseteilnehmer mit diesem Eindruck und "Auftrag" zurück in ihren Alltag in Bottrop. Schöner kann man unser Christsein gar nicht beschreiben und so schließt sich die gemeinsame Pfarrei-Flussfahrt mit dem Refrain des Liedes:
"Bleibe bei uns Herr! Bleibe bei uns Herr, denn sonst sind wir allein auf der Fahrt durch das Meer (Anm der Red. "... durch die stürmische Zeit"), Oh bleibe bei uns Herr".
"Niemand kommt von einer Reise so zurück, wie er weggefahren ist..." (Graham Green)

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